Durch Vertauschen der Integrationsgrenzen ändert das Integral sein Vorzeichen.
Beispiel:
2∫33x2dx=[x3]23=33−23=19
3∫23x2dx=[x3]32=23−33=−19
Ein Integral kann in zwei oder mehr Teile geteilt werden. Dies hat keine Auswirkungen auf das Ergebnis. Die Fläche, die der Graph von f mit der x-Achse einschließt, bleibt diesselbe.
Beispiel:
Wir nehmen das Rechenbeispiel von oben: 2∫33x2dx=[x3]23=33−23=19
Hier können wir das Integral in zwei kleinere Teile teilen: 2∫253x2dx=[x3]225=(25)3−23
und 25∫33x2dx=[x3]253=33−(25)3
Nun werden die beiden Teile addiert: 2∫253x2dx+25∫33x2dx=(25)3−23+33−(25)3=33−23=19
Anwendung der dritten Eigenschaft:
Damit gilt auch:
−∞∫+∞f(x)dx=−∞∫0f(x)dx+0∫+∞f(x)
Hieraus ergibt sich eine weitere wichtige Eigenschaft:
Wird von −∞ bis +∞ integriert, dann ist der Integrationsbereich um 0 symmetrisch. Einen um 0 symmetrischen Integrationsbereich erhält man in vielen Fällen. Hier sind weitere Beispiele aufgezeigt: −3∫+3f(x)dx
−1∫+1f(x)dx
−273∫+273f(x)dx
Ist die untere Grenze gleich dem negativen Wert der oberen Grenze, dann ist der Integrationsbereich um 0 symmetrisch.
Betrachtung von geraden und ungeraden Funktionen über einen um 0 symmetrischen Integrationsbereich:
Ungerade Funktionen:
−∞∫+∞f(x)dx=−∞∫0f(x)dx+0∫+∞f(x)dx=0 da: −∞∫0f(x)dx=−0∫+∞f(x)dx
mit f(x) ungerade
Das kann man sich anhand des Graphen einer ungeraden Funktion überlegen.
Zur besseren Veranschaulichung überlegen wir uns, wie groß die Fläche ist, die der Graph von f(x)=x3 mit der x-Achse über einen um 0 symmetrischen Integrationsbereich einschließt. Wir verwenden den Bereich -7,5 bis 7,5.
Die beiden orange schraffierten Teile sind vom Betrag her gleich groß, haben aber unterschiedliche Vorzeichen. Addiert man die beiden Teile bzw. die Integrale −7,5∫0x3dx
und 0∫7,5x3dx
erhält man 0.
Zum weiteren Verständnis, warum ein bestimmtes Integral 0 werden kann, obwohl der Flächeninhalt betragsmäßig >0 ist, beachten Sie den folgenden Abschnitt Flächeninhalt und Stammfunktion.
Das kann man sich anhand des Graphen einer geraden Funktion überlegen.
Zur besseren Veranschaulichung überlegen wir uns, wie groß die Fläche ist, die der Graph von f(x)=x2 mit der x-Achse über einen um 0 symmetrischen Integrationsbereich einschließt. Wir verwenden den Bereich -7,5 bis 7,5.
Die beiden orange schraffierten Teile sind vom Betrag her gleich groß. Da sie beide oberhalb der x-Achse liegen, haben beide Teile ein positives Vorzeichen. Addiert man die beiden Teile bzw. deren Integrale, erhält man als Ergebnis zweimal den linken Teil bzw. zweimal den rechten Teil. −7,5∫+7,5x2dx=2⋅−7,5∫0x2dx=2⋅0∫+7,5x2dx
da: −7,5∫0x2dx=0∫+7,5x2dx
Ein Integral, bei dem die obere und die untere Integrationsgrenze gleich sind, ist gleich 0.
Beispiel:
2∫23x2dx=[3⋅31x3]22=23−23=0
Das Integral über die Addition zweier Funktionen f und g kann auch als zwei einzelne Integrale geschrieben werden.